Power to Gas: 5 Stellschrauben für die Marktreife

Power to Gas hat das Potenzial, als vielseitige, spartenübergreifende Technologie die Umsetzung der Energiewende zu unterstützen und erneuerbare Energien in die verschiedenen Energieverbrauchsbereiche zu integrieren. Die Technologie ist ausgereift und steht zum Einsatz zur Verfügung.

Der aktuelle energiewirtschaftliche Rahmen verhindert allerdings einen wirtschaftlichen Einsatz von Power-to-Gas-Anlagen, wodurch weitere Investitionen in die vielseitige Technologie auszufallen drohen. Um die Rahmenbedingungen anzupassen und Power to Gas den Weg zur vollständigen Marktreife zu ermöglichen, müssen fünf regulatorische Stellschrauben umgehend justiert werden.

Die 5 Stellschrauben

  • Wasserstoff und Methan aus erneuerbaren Energien als Biokraftstoffe anerkennen.

    Die novellierten EU-Richtlinien über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen und zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen müssen schnell in deutsches Recht umgesetzt werden. Dies erfolgt über das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Wichtig ist insbesondere die Erweiterung der Liste der Biokraftstoffe um erneuerbare Kraftstoffe, die nicht aus Biomasse, sondern mittels erneuerbarem Stroms hergestellt werden. Weiterlesen
  • Anreize zur Flexibilisierung des Stromsystems schaffen

    Das Vergütungssystem des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) setzt keine Anreize, um Strom zu speichern. So behindert die Härtefallregelung im EEG die Entwicklung und den Einsatz von Speicherlösungen, da erneuerbarer Strom auch dann vergütet wird, wenn er gar nicht verbraucht oder in das Netz eingespeist werden kann. Diese Regelung gilt es zu überarbeiten, um Anreize für Stromspeicher zu schaffen. Weiterlesen
  • Markteinführung von erneuerbarem Wasserstoff und Methan bis 2022 politisch flankiert sicherstellen

    Um eine breite Markteinführung von Power to Gas bei wirtschaftlichem Anlagenbetrieb zu ermöglichen, sind politisch flankierte Maßnahmen notwendig. Dazu gehört die zügige Umsetzung der Mehrfachanrechnung erneuerbarer Gase im Kraftstoffmarkt im nationalen Recht. Nur so wird es gelingen, bis zum Jahr 2022 Power-to-Gas-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1.000 MW in Deutschland aufzubauen und die damit verbundenen industrie- und energiepolitischen Chancen zu nutzen. Weiterlesen
  • Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff verlängern

    Die nach derzeitigem Stand am Ende des Jahres 2018 auslaufende Energiesteuerermäßigung für Erdgas- und Autogaskraftstoffe muss dringend verlängert werden. Darauf ist bei der Verabschiedung des Jahress-teuergesetzes 2016 hinzuwirken. Weiterlesen
  • Energiespeicher von Letztverbraucherabgaben befreien

    Power-to-Gas-Anlagen sind keine Letztverbraucher und dürfen zukünftig nicht mehr als  solche eingestuft werden. Dadurch werden sie von nicht sachgerechten Abgaben und Umlagen für den Strombezug entlastet. Das ist die Voraussetzung für wirtschaftliche Geschäftsmodelle für Power to Gas. Weiterlesen