Glossar und Abkürzungsverzeichnis


Absorber

Als Absorber werden die Teile einer solarthermischen Anlage bezeichnet, die Solarstrahlung aufnehmen und in Wärme umwandeln. Normalerweise sind die Absorber-Oberflächen mit einer selektiven Beschichtung versehen, damit möglich viel Sonnenlicht absorbiert und an die Wärmeträgerflüssigkeit unter den Absorbern weitergeleitet werden kann.

Mit einem hochwertigen Absorber werden heute zwischen 90 und 95 % der Sonneneinstrahlung genutzt.

Absorption

Absorption im Allgemeinen beschreibt die Aufnahme von Strahlung oder Materie durch ein anderes Material. Für die Energietechnik ist insbesondere Absorption von Solarstrahlung sowie die Absorption von Kältemitteln in Kältemaschinen / Wärmepumpen relevant.  

Beispiele

(1) Bei der Absorption von Licht wird ein Teil der Strahlung von der Materie aufgenommen (=absorbiert) und in Wärme umgewandelt.

Einsatz: Wärmegewinnung mit Sonnenkollektoren

(2) In einer Absorptionskältemaschine / -wärmepumpe wird eine Flüssigkeit von einer anderen absorbiert und später wieder von ihr getrennt. Der absorbierte Stoff hat die Funktion des Kältemittels, während der andere Stoff als Lösungsmittel bezeichnet wird. Kältemittel und Lösungsmittel werden zusammen als Arbeitspaar bezeichnet.

Möglichkeiten:

  • Lithiumbromid absorbiert Wasser
  • Wasser absorbiert Ammoniak
  • Einsatz: Kühlschrank, Wärmepumpenheizung

Abwärme

Unter Abwärme wird die Wärme verstanden, die als Nebenprodukt beim Betrieb technischer Geräte oder Anlagen entsteht. Diese Wärme muss in der Regel in geeigneter Form abgeleitet werden, um das Überhitzen des Gerätes oder der Anlage zu verhindern. In der Abwärme verschiedenster Prozesse liegt ein sehr großes Energiepotenzial, welches gezielt nutzbar gemacht werden soll (vgl. beispielsweise Kraft-Wärme-Kopplung).

Akkumulator

Ein Akkumulator dient der Stromspeicherung. Er besteht aus Sekundärzellen, die bei ihrer Entladung chemische Energie in elektrische Energie umwandeln. Im Gegensatz zu Primärzellen (Anwendung in Batterien) können Sekundärzellen durch elektrischen Strom wieder aufgeladen werden.

Anemometer

Das Anemometer dient der Messung der Windgeschwindigkeit und ist Teil der Regelung einer Windenergieanlage. Bei Windgeschwindigkeiten von unter 5 m/s schaltet der Regler die Windenergieanlage ab, ebenso bei hohen Windgeschwindigkeiten ab 25 m/s, bei denen der Rotor abgebremst wird.

Anfahrtszeit

Anfahrtszeit eines Kraftwerks ist die Zeit, die zwischen der Aktivierung eines Kraftwerks im Stillstand und der Stromeinspeisung vergeht.

Anode (Elektrochemie)

In einer Batterie, einem Akkumulator oder einer Brennstoffzelle ist die Anode die Elektrode, an der eine Oxidationsreaktion - also Elektronenabgabe - stattfindet.

Aquifer

Als Aquifere (lat.: Wasserträger) werden im porösen Tiefengestein enthaltene natürliche Grundwasserleiter bezeichnet. Ein Aquifer wird geologisch von undurchlässigen Schichten (z. B. Tone) begrenzt. Aquifere können als saisonale Wärmespeicher genutzt werden.

Drei verschiedene Typen von Aquiferen werden unterschieden:

  • Porengrundwasserleiter: Locker- oder Festgestein, dessen Porenraum von Grundwasser durchflossen wird
  • Kluftgrundwasserleiter: Festgestein mit durchflusswirksamen Klüften und Gesteinsfugen
  • Karst-Grundwasserleiter: Festgestein mit durchflusswirksamen Karsten (größere Hohlräume in Kalk- und Gipsgestein) und Klüften

Ausgleichsenergie

Benötigte Energie, um die Abweichung der realen Elektrizitätsnachfrage vom Fahrplan eines Bilanzkreises auszugleichen.

Batterie

Als Batterie wird eine Anordnung von Primärzellen bezeichnet, also galvanischen Elementen, die bei ihrer Entladung chemische Energie in elektrische Energie umwandeln. Im Gegensatz zu Sekundärzellen (Anwendung in Akkumulatoren) können Primärzellen nicht wieder aufgeladen werden.

Beimischungsquote

Der Begriff Beimischungsquote bezeichnet den gesetzlichen Mindestanteil von beigemischtem Biokraftstoff in konventionellen Kraftstoffen.

Bilanzkreis

Bilanzkreise stellen das zentrale Abrechnungsinstrument für Stromlieferungen innerhalb des deutschen Energiemarktes dar. Jede Stromeinspeise- oder Stromentnahmestelle in Deutschland ist einem Bilanzkreis zugeordnet. In einzelnen Bilanzkreisen können eine Vielzahl von solchen Stellen zusammengefasst werden.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Anlagen, in denen gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt wird, werden allgemein als Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) bezeichnet. Erfolgt die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung in einer kompakten, dezentralen Anlage und nicht in einem großen Heizkraftwerk, dann spricht man von Blockheizkraftwerken (BHKW).

Bioenergie

Bioenergie ist die Energiegewinnung aus festen, flüssigen oder gasförmigen organischen Stoffen (Biomasse).

Neben extra angepflanzten Energiepflanzen  (z. B. Schilf, Raps) werden vor allem organische Abfälle (Restholz, Gülle) zur Energieerzeugung in Kraftwerken (z. B. Holzhackschnitzel-Heizanlagen oder Biogasanlagen) oder zur Erzeugung von Kraftstoffen (Biodiesel oder Bioethanol) genutzt.

Der Vorteil der energetischen Nutzung besteht in den relativ geschlossenen Kreisläufen. So wird bei der Energieerzeugung aus Holz nur das CO2 freigesetzt, das vorher beim Wachstum der Bäume gebunden wurde.

Biogas

Biogas ist ein Sammelbegriff für energetisch verwertbare Gase, die aus Biomasse hergestellt werden.

Bei der anaeroben Verwesung (Verwesung ohne Sauerstoffzufuhr) wird zu etwa 2/3 Methan (CH4) und zu etwa 1/3 Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Dabei ist das Methangas der energetisch nutzbare Anteil des Biogases.

Biomasse

Biomasse bezeichnet alle organischen Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, aus denen sich Energie gewinnen lässt. Unterschieden werden zwei Kategorien: Nachwachsende Rohstoffe und organischer Abfall.

Die energetisch nutzbaren Biomassepotentiale fallen in Deutschland durch die Waldbewirtschaftung, die Holzverarbeitung, die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion sowie durch Massentierhaltung an.

Erneuerbare Energieträger aus Biomasse sind dementsprechend z. B. Brennholz, Holzhackschnitzel und Bioethanol. Bei der Energiegewinnung wird nur so viel CO2 frei, wie vorher in der Biomasse gebunden war.

Blindleistungskompensation

Blindleistungskompensation bezeichnet Maßnahmen, die Blindleistung (siehe à Blindleistung) auf einem betriebsoptimalen Niveau zu steuern.

Blockheizkraftwerk

Blockheizkraftwerke (Kurzform: BHKW) sind kompakte Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die der kombinierten Strom-/Wärme-Erzeugung dienen. BHKWs werden mit fossilen Brennstoffen (Öl oder Gas) oder mit erneuerbaren Treibstoffen (Biogas, Biodiesel) betrieben.

Die bei der Stromproduktion erzeugte (Ab-)Wärme wird z. B. zur Gebäudeheizung genutzt. Durch die doppelte Energieausnutzung (Strom und Wärme) erhöht sich der Wirkungsgrad (d.h. die Brennstoffausnutzung) der Anlage auf ca. 85 Prozent.

BNetzA

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA) ist die mit der Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbs in den sogenannten Netzmärkten beauftragte Bundesbehörde.

Webseite: http://www.bundesnetzagentur.de

Braunkohle

Braunkohle ist ein fossiler Brennstoff. Im Vergleich zu Steinkohle hat Braunkohle einen höheren Wasseranteil und einen geringeren Energieinhalt.

Brennstoffzelle

Eine Brennstoffzelle ist ein elektrochemischer Energiewandler, der die Reaktionsenergie eines kontinuierlich zugeführten Brennstoffes und eines Oxidationsmittels in elektrische Energie umwandelt (Reaktionsenergie = Energie, die bei der Reaktion der beiden Stoffe freigesetzt wird). Damit wird die chemische Energie des Brennstoffes - anders als in herkömmlichen Kraftwerken - direkt in Strom umgewandelt.

Brennwert

Der Brennwert beschreibt die gesamte Wärmemenge, die bei der Verbrennung eines bestimmten Brennstoffes entsteht (inklusive der Abwärme, die in dem im Abgas enthaltenen Wasserdampf gebunden ist).

Maßeinheit:

Kilojoule pro Kilogramm [kJ/kg]

Kilojoule pro Kubikmeter [kJ/m³]

Brennwertkessel

Im Gegensatz zu einem konventionellen Kessel nutzt ein Brennwertkessel auch die Kondensationswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs. Hierdurch kann eine um 10-20 Prozent bessere Energieausnutzung (verglichen mit modernen, konventionellen Kesseln) erreicht werden, womit sowohl der Energieverbrauch als auch der Schadstoffausstoß verringert werden. Ein Brennwertkessel kann sowohl zum Heizen als auch zur Brauchwassererwärmung genutzt werden.

Bruttostromerzeugung

Generierte elektrische Arbeit eines Erzeugers, gemessen an den Generatorklemmen (daher inkl. Eigenverbrauch im Kraftwerk).

Bruttostromerzeugung

Bruttostromerzeugung bezeichnet die gesamte in Kraftwerken erzeugte Strommenge, einschließlich des Eigenverbrauchs der Anlagen und der Leitungsverluste.

Bruttostromerzeugungskapazität

Installierte Leistung zur Bruttostromerzeugung. Siehe à Bruttostromerzeugung.

Bundesbedarfsplan

Der Bundesbedarfsplan stellt die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und den vordringlichen Bedarf der enthaltenen Vorhaben zur Optimierung, Verstärkung und Ausbau der Stromnetze fest. Der Bundesbedarfsplan ist für die Betreiber von Übertragungsnetzen und für die relevanten Planungs- und Genehmigungsverfahren verbindlich. Die wesentlichen Inputgrößen für den Bedarfsplan sind der aktuelle Netzentwicklungsplan und die Ergebnisse des Umweltberichts.

Bundesfachplanung

Das Ziel der Bundesfachplanung ist es, für alle im Bundesbedarfsplan aufgeführten länderübergreifenden und grenzüberschreitenden Neubauprojekte für Höchstspannungsleitungen geeignete Trassenkorridore zu bestimmen. Die Bundesfachplanung beginnt auf Antrag eines für ein Vorhaben verantwortlichen Übertragungsnetzbetreibers. Das Ergebnis der Bundesfachplanung geht in den Bundesnetzplan ein.

CO2-Zertifikate

Im Rahmen eines Emissionshandels bedeutet ein CO2-Zertifikat die Berechtigung zum Ausstoß einer bestimmten Menge an Kohlenstoffdioxid oder eines anderen Treibhausgases mit äquivalentem Erderwärmungspotenzial (CO2-Äquivalent) in die Atmosphäre.

Contracting

Der Begriff Contracting bezeichnet in der Praxis energiebezogene Dienstleistungen für Liegenschaften (d.h. Grundstücksverbünde inkl. der zugehörigen Gebäude), wie beispielsweise die Versorgung mit Verbrauchsmedien wie Wärme, Elektrizität, Kälte und Licht.

Contracting ist eine vertraglich vereinbarte Dienstleistung zwischen dem Eigentümer und einem Energiedienstleister (Contractor). Der Contractor führt Maßnahmen zur Energieeinsparung durch bzw. gewährleistet die Lieferung der Verbrauchsmedien. Seine Aufwendungen refinanziert der Contractor durch eine Beteiligung an den eingesparten Energiekosten (Energiespar-Contracting) oder durch ein Entgelt für die gelieferten Medien wie Wärme, Kälte oder Strom (Energieliefer-Contracting).

Dampfturbine

Eine Dampfturbine ist eine mit Dampf (meistens Wasserdampf) betriebene Turbine. Zum Betrieb wird über einen Dampferzeuger der Frischdampf mit hoher Temperatur und hohem Druck erzeugt und in die Dampfturbine geleitet. In der Dampfturbine entspannt sich der Dampf, wobei er das auf einer rotierenden Achse gelagerte Schaufelrad der Turbine antreibt. Die im Dampf gespeicherte Energie wird somit in Bewegungsenergie umgewandelt. Zur Stromerzeugung treibt die Dampfturbine einen Generator an.

Day-ahead-Markt

Teilmarkt der deutschen Strombörse auf dem Strom für den nächsten Tag auktioniert  wird.

Demand-Side-Management (DSM)/
Management der Nachfrage

Unter DSM wird sowohl die zeitliche Verschiebung der Stromnachfrage, als auch die gezielte Beeinflussung der Nachfragehöhe (vor allem Einsparung von Nachfrage) verstanden.

Diabates Druckluftspeicherkraftwerk

siehe Druckluftspeicherkraftwerk

Dieselmotor

Im Unterschied zum Ottomotor findet bei einem Dieselmotor die Mischung von Verbrennungsluft und Kraftstoff erst im Brennraum statt. Außerdem entzündet sich das Gemisch selbst, da die Verbrennungsluft vor der Kraftstoffeinspritzung bereits verdichtet und somit stark erhitzt wird. Im Vergleich zum Ottomotor hat der Dieselmotor einen geringeren Kraftstoffverbrauch und stößt somit insgesamt weniger CO2 aus. Problematisch ist allerdings der Ausstoß anderer Schadstoffe (beispielsweise Rußpartikel).

Druckluftspeicherkraftwerk

Ein Druckluftspeicherkraftwerk wandelt Strom in mechanische Energie bzw. kinetische Energie um, die in Form von Druckluft gespeichert wird. Im Auspeichervorgang kann mit der in der Druckluft gespeicherten Energie bei Dekompression eine Turbine zur Stromgeneration betrieben werden.

Bei diabaten Druckluftspeicherkraftwerken (CAES compressed air energy storage) muss die Druckluft zum Turbinenantrieb zusätzlich mit Gasbefeuerung erhitzt werden.

Adiabate Druckluftspeicherkraftwerke (AA-CAES advanced adiabatic compressed air  Energy Storages) speichern die bei der Luftkompression anfallende Wärme zwischen. Im Fall der Ausspeicherung wird damit die ausströmende Luft erhitzt. Die Notwendigkeit der zusätzlichen Gasbefeuerung entfällt.

Dublette, geothermisch

Die geothermische Dublette ist der Grundbaustein einer Anlage zur geothermischen Strom- oder Wärmeerzeugung. Dies gilt insbesondere für hydrothermale Anlagen, bei denen geothermische Wärme aus natürlichen Aquiferen gefördert wird. Die Dublette besteht dabei aus einer Förderbohrung und einer Injektionsbohrung. Mehrere Dubletten können zu größeren Systemen zusammengeschlossen werden. So können höhere Gesamtleistungen geothermischer Anlagen erreicht werden.

Einspeisevergütung (EEG-Vergütung)

Die Einspeisevergütung wird für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das Stromnetz gezahlt und dient der Förderung dieser Stromerzeugungstechnologien.

Die Höhe der Einspeisevergütung ist im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben.

Elektrizität

Elektrizität ist die Gesamtheit der Erscheinungen, die auf elektrische Ladung zurückzuführen sind. Elektrische Vorgänge treten sowohl in der Natur als auch in künstlich erzeugter Form (elektrischer Strom) auf.

Natürliche elektrische Phänomene sind z. B. Blitze, in denen sich hohe, durch Reibungselektrizität aufgebaute Spannungen entladen. Aber auch die Informationsverarbeitung im Nervensystem basiert teilweise auf elektrischen Signalen.

Emissionen

Emission ist die Abgabe von festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffen sowie von Lärm, Wärme oder Strahlen an Luft, Boden oder Wasser des Ökosystems.

Im Umweltschutz ist die Abgabe von Schadstoffen über Abluft, Abwasser oder Abfälle gemeint. Bei fossilen Kraftwerken sind mit Emissionen vor allem die im Verbrennungsprozess entstehenden Abgase wie z. B. Kohlendioxid und Stickoxid gemeint.

Emissionshandel

Der Emissionshandel ist ein System marktwirtschaftlicher Regulierung von Emissionen durch handelbare Emissionsrechte-Zertifikate. Dabei wird eine insgesamt tolerierbare Menge an Emissionen für eine Region festgelegt und in Form von Zertifikaten ausgegeben. Jeder Marktteilnehmer erhält daraus anteilig durch die ihm zugeteilten Zertifikate die Berechtigung, in einer definierten Zeitperiode und definierten Region im definierten Umfang zu emittieren, so dass die insgesamt zulässige Emissionsgrenze nicht überschritten werden kann. Emittiert ein Marktteilnehmer zu viel, kann er in Emissionsreduktionsmaßnahmen investieren oder zusätzliche Verschmutzungsrechte an der Börse erwerben. Er wird dies in Abhängigkeit des Marktpreises für Zertifikate und der Kosten zur Emissions-Minderung entscheiden. Der zuvor für die Unternehmen kostenlose Schadstoffausstoß wird durch den Emissionshandel zu einem Kostenfaktor, die externen Kosten z. B. in Form von Umweltverschmutzung werden internalisiert. Zur Zeit besteht in der EU ein Emissionshandelssystem mit CO2-Zertifikaten.

Endenergie

Als Endenergie wird der Energieinhalt von Energieträgern bezeichnet, die der Endverbraucher bezieht. Endenergie resultiert aus Sekundär- oder ggf. Primärenergie, vermindert um Umwandlungs- und Verteilungsverluste, Eigenverbrauch und nicht energetischen Verbrauch.

Beispiele für Endenergieträger sind:

  • Heizöl im Tank des Endverbrauchers
  • Holzhackschnitzel vor der Feuerungsanlage oder
  • Fernwärme an der Hausübergabestation.

Endenergieträger

Als Endenergieträger werden alle Energieträger verstanden, die vom Endverbraucher zur Deckung des Energiebedarfs eingesetzt werden.

Beispiele für Endenergieträger sind Heizöl, Benzin und Strom.

Energie

Energie beschreibt die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten. Dabei kann zwischen mechanischer, thermischer, elektrischer und chemischer Energie sowie Kern- und Strahlungsenergie unterschieden werden.

In der Nutzung äußert sich die Arbeitsfähigkeit in Form von Kraft, Wärme oder Licht. Nach dem Energie-Erhaltungssatz kann Energie nicht erzeugt oder vernichtet werden. Energie kann nur von einer Energieform in eine andere umgewandelt werden.

Maßeinheit:

1 Joule (J)
1 Joule entspricht 1 Wattsekunde
1 kWh = 3.600 kJ = 3.600.000 J   

 
Typische Energieträger, die für Stromerzeugung, Wärmegewinnung und zum Antrieb von Maschinen verwendet werden, sind:

  • chemische (fossile) Energie: Kohle, Torf, Erdöl, Ölsande/Ölschiefer, Erdgas
  • Kernenergie: Uran, Plutonium, „schwerer“ Wasserstoff (Deuterium, Tritium)
  • Erneuerbare Energien: Wind, Biomasse, Sonne, Wasserkraft, Geothermie

Energiedichte

Mit Energiedichte wird das Verhältnis aus Volumen (Masse) zu in diesem Volumen (Masse) gespeicherter Energie bezeichnet. Man spricht auch von Energie pro Raumvolumen (Energie pro Masse).

Energiedienstleistung

Als Energiedienstleistung wird eine Tätigkeit bezeichnet, die üblicherweise auf der Grundlage eines Vertrags erbracht wird und in der Regel zu überprüfbaren Energieeffizienzverbesserungen oder Energieeinsparungen führt.

Energieeffizienz

Energieeffizienz beschreibt das Prinzip mit möglichst wenig Energieeinsatz möglichst viel Wirkung zu erzielen. Energieeffizienz steht damit auch für die Steigerung des Wirkungs- bzw. Nutzungsgrades von energieverbrauchenden Systemen bzw. Energieumwandlungssystemen.

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz gibt an, wie hoch der Energieaufwand ist, um einen bestimmten Nutzeffekt zu realisieren (siehe auch Wirkungsgrad). Oft kann durch technische Maßnahmen eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden, d. h. der Energieaufwand kann bei gleichem Nutzeffekt auf einen Bruchteil gesenkt werden. Beispiele hierfür sind Wärmedämmung oder der Einsatz von Energiesparlampen.

Zur Energieeffizienzsteigerung zählt auch die Nutzung bisher ungenutzter Anteile der Energieumwandlung, wie z. B. Abwärme Nutzung und Wärmerückgewinnung.

Energieeinsparverordnung

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist eine Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden. Die Energieeinsparverordnung ist 2002 in Kraft getreten und wurde danach mehrfach novelliert (zuletzt 2009).

Energiemanagement

Energiemanagement ist die effiziente Organisation von Energieerzeugung und -verbrauch, zum Beispiel in einem Unternehmen oder einer öffentlichen Einrichtung.

Energiespeicher

Ein Speicher ist eine technische Maßnahme zur Überbrückung der zeitlichen Differenz zwischen Energiegewinnung und Energieverbrauch. Speicher für elektrische Energie werden in den unterschiedlichsten Anwendungen und Dimensionen eingesetzt. Energiespeicher werden nach der gespeicherten (Haupt-)Energieform klassifiziert:

  • Thermische Energie: Wärmespeicher, Fernwärmespeicher
  • Chemische Energie:
      -  anorganisch: galvanische Zelle (Akkumulator, Batterie), Redo Flow-Zelle,
         Wasserstoff, Batterie-Speicherkraftwerk
      -  organisch: Kohlenhydrate, Fette
  • Mechanische Energie:
     -  Kinetische Energie (Bewegungsenergie): Schwungrad bzw. Schwungradspeicher
     
    Potentielle Energie (Lageenergie): Feder, Pumpspeicherkraftwerk, Druckluftspeicherkraftwerk
  • Elektrische Energie: Kondensator, Supraleitender Magnetischer Energiespeicher

Daneben wird der Begriff teils auch für Behälter benutzt, die selbst keine Energie, sondern Brenn- oder Kraftstoffe aufnehmen:

  • Kavernenspeicher für Rohöl, Erdgas und Druckluft
  • Porenspeicher für Erdgas
  • Lagertank und Kraftstofftank
  • Adsorptionsspeicher

Energieträger

Energieträger sind physische Erscheinungsformen und Stoffe, aus denen oder nach deren Umwandlung Energie gewonnen werden kann. Es ist zu unterscheiden in Primär-, Sekundär- und Endenergieträger.

Erneuerbare Energien

Der Begriff „Erneuerbare Energien“, auch regenerative Energien genannt, bezeichnet nachhaltige Energiequellen, die sich laufend erneuern. Neben geothermischer Energie (Erdwärme) und Gravitationsenergie (die von Gezeitenkraftwerken genutzt wird) gilt vor allem die Sonnenenergie als die Energiequelle, die zukünftig einen großen Anteil des menschlichen Energiebedarfs umweltverträglich decken kann.

Dabei wird unterschieden zwischen direkter Sonnenenergie und der umgewandelten Strahlungsenergie, die - ebenfalls regenerativ - als Windenergie, Wasserenergie oder Bioenergie zur Verfügung steht. Das technisch nutzbare Angebot aller regenerativen Energien ist um ein mehrfaches höher als der menschliche Energieverbrauch.

Alle regenerativen Energieträger sind kohlendioxidneutral, d.h. sie emittieren entweder kein Kohlendioxid oder nicht mehr als sie während ihrer Entstehung aufgenommen haben (z. B. Biomasse) - abgesehen von Emissionen, die bei der Herstellung, Vertrieb, Wartung und Entsorgung der jeweiligen Technologien (z. B. Windräder, Photovoltaik-Anlagen) oder bei Anbau und Vertrieb der Energiepflanzen anfallen.

Erneuerbare-Energien-Gesetz

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG) ist am 1. April 2000 in Kraft getreten und hat das frühere Stromeinspeisegesetz ersetzt. Es soll den Ausbau von Energieversorgungsanlagen vorantreiben, die aus regenerativen Quellen gespeist werden. Geregelt sind in diesem Gesetz die Abnahme und Vergütungen von Strom aus erneuerbaren Energieträgern. So werden die Energieversorgungsunternehmen verpflichtet, regenerativ erzeugten Strom zu Festpreisen abzunehmen und in das Stromnetz einzuspeisen.

Erntefaktor

Der Erntefaktor eines Kraftwerks ist das Verhältnis zwischen der über die gesamte Lebensdauer gewonnenen Nutzenergie und der eingesetzten Energie. Einfach gesagt, gibt er Antwort auf die Frage: „Wie oft bekommt man die hineingesteckte Energie wieder heraus?“ Werte über 1 bedeuten eine positive Gesamt-Energiebilanz.

Typische Werte sind:

    • Kohlekraftwerk: ca. 0,3
    • Kernkraftwerk: ca. 0,3100 (je nach Berechnungsmethode)
    • Wasserkraftwerk: ca. 50180
    • Windenergieanlage: ca. 30100
    • Photovoltaikanlage: ca. 338 (je nach Technologie und Standort)

    FCKW

    FCKW ist die Abkürzung für Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe. FCKW sind hoch wirksame Treibhausgase und tragen zur Zerstörung der Ozonschicht in der Stratosphäre bei.

    FCKW wurden in den Industrieländern als Kühlmittel und Treibmittel (Schäumen von Kunststoffen, Sprühdosen) genutzt. Sie sind in Europa mittlerweile verboten und durch weniger schädliche oder unschädliche Stoffe ersetzt worden.

    Fermenter

    Fermenter sind die Gärbehälter, die bei der anaeroben Gärung von Biomasse verwendet werden. Fermentierung beschreibt den Prozess der Biogas-Herstellung durch anaerobe Gärung - d.h. ohne Sauerstoff - von Biomasse. Dabei wird die Biomasse in Fermentern während einer mehrwöchigen Faulzeit (30 bis 70 Tage) von Bakterien und Mikroorganismen in Biogas umgesetzt.

    Fermentierung

    Fermentierung beschreibt den Prozess der Biogas-Herstellung durch anaerobe Gärung - d. h. ohne Sauerstoff - von Biomasse. Dabei wird die Biomasse in Gärbehältern (Fermenter) während einer mehrwöchigen Faulzeit (30 bis 70 Tage) von Bakterien und Mikroorganismen in Biogas umgesetzt.

    Das Biogas kann anschließend aus dem Fermenter entnommen und zur Strom- und / oder Wärmeproduktion eingesetzt werden.

    Fernwärme

    Fernwärme ist thermische Energie zur Raumheizung, Warmwasser- und Prozesswärmebereitstellung, die vom Erzeuger an Verbraucher geliefert und dabei meist in Heißwassernetzen über größere Entfernungen (> 450 Meter) transportiert wird. Bei kürzeren Transportentfernungen bis 450 Meter spricht man von Nahwärme.

    Fernwärme stellt eine Möglichkeit dar, die Primärenergieausnutzung thermischer Kraftwerke zu erhöhen, indem man die entstehende Abwärme mittels sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung nutzt. Neben diesen Heizkraftwerken existieren auch reine (Fern-)Heizwerke (ohne Stromerzeugung), z. B. Müllverbrennungsanlagen.

    Flachkollektor

    Ein Flachkollektor dient als Bestandteil einer Solarthermie-Anlage zur Umwandlung von Sonnenlicht in Wärme. Der Hauptbestandteil eines Flachkollektors ist der Absorber, welcher die einfallende Sonneneinstrahlung aufnimmt, sie in Wärme umwandelt und diese Wärme dann an eine Wärmeträgerflüssigkeit abgibt. Zur Minderung von Verlusten sind Flachkollektoren häufig auf der Vorderseite mit einer lichtdurchlässigen Abdeckung und auf der Rückseite mit einer Wärmedämmung versehen.

    Fossile Brennstoffe

    Zu den fossilen Brennstoffen gehören Erdöl, Erdgas, Braunkohle und Steinkohle. Alle fossilen Brennstoffe sind im Laufe von Jahrmillionen durch physikalische und biologische Veränderungen unter Druck und Luftabschluss aus pflanzlichem oder tierischem Material entstanden.

    Der Hauptbestandteil ist immer Kohlenstoff, der bei der Verbrennung zum klimawirksamen Kohlendioxid umgewandelt wird. Neben dem Kohlendioxid werden als Schadstoffe je nach Zusammensetzung des Brennstoffes in unterschiedlichen Mengen auch Schwefeldioxid und Stickoxide freigesetzt.

    Förderung

    Unter Förderung versteht man die zielgerichtete Unterstützung von Personen oder Vorhaben, beispielsweise in finanzieller Hinsicht. Ein Beispiel für die Förderung von erneuerbaren Energien in Form von staatlichen Subventionen ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Fördermittel im Kontext Energieeffizienz oder erneuerbare Energien stellen beispielsweise die KfW Förderbank, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle oder auch auf regionaler Ebene Energieversorgungsunternehmen bereit.

    Zur Übersicht Förderprogramme

    Gaskraftwerk

    In einem Gaskraftwerk wird über die Verbrennung von Gas eine Turbine angetrieben und damit über einen Generator Strom erzeugt.

    Gasturbine

    Gasturbinen sind Verbrennungskraftmaschinen, bei der die Energie direkt in drehende Bewegung umgesetzt wird. Nach der Arbeitsleistung in der Turbine erzeugen die expandierten heißen Rauchgase Nutzwärme. Sie verlassen die Turbine mit einem sehr hohen Luftüberschuss und einer Temperatur zwischen 450–600 °C. Der wesentliche Vorteil der Gasturbine für die Kraft-Wärme-Kopplung ist die Wärmeabfuhr über das Abgas auf hohem Temperaturniveau. Die spezifische Stromausbeute und der Gesamtnutzungsgrad sind niedriger als bei Verbrennungsmotoren. Gasturbinen gibt es in Leistungsgrößen von 0,5 bis 150 MWel. Anlagen über 5 MWel erreichen einen elektrischen Wirkungsgrad von 30 bis 35 Prozent. Nur bei Leistungen unter 1 MW sinkt der Wirkungsgrad auf 20 Prozent.

    Gas- und Dampf-Kraftwerke

    Kombinierter Gasturbinen- und Dampfprozess zur Stromerzeugung

    Generator

    Der mechanische (Strom-)Generator wandelt mechanische Energie - meistens in Form einer Drehbewegung - in elektrischen Strom um. Dazu wird eine Spule aus leitfähigem Material innerhalb eines Magnetfeldes so bewegt, dass sich der magnetische Fluss durch die Spule permanent ändert. Diese Änderung des magnetischen Flusses erzeugt elektrische Spannung in der Spule.

    Eine Photovoltaik-Anlage erzeugt ebenfalls elektrischen Strom und wird deshalb als Generator bezeichnet. Im Gegensatz zum mechanischen Generator erfolgt hier die Stromerzeugung durch Umwandlung von Strahlungsenergie.

    Geothermie

    Die Wärme aus der Erde zu nutzen, ist das Ziel der Geothermie. Sie kann aus unterschiedlichen Tiefen entnommen werden: Die oberflächennahe Wärme bis etwa einige 100 m Tiefe nutzen erdgekoppelte Wärmepumpen. In größeren Tiefen werden die mancherorts im Gestein vorhandenen Schichten warmen Wassers durch die Tiefen Geothermie erschlossen.

    Gesicherte Leistung

    Leistung, die von einem Erzeuger unter Berücksichtigung von technologiespezifischen Ausfallwahrscheinlichkeiten durch Revisionen, technische Störungen etc. mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 99,5 % bereitgestellt werden kann.

    Gleichrichter

    Ein Gleichrichter wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um. Dies kann beispielsweise erforderlich sein, wenn ein gleichstrombetriebenes Gerät mit Wechselstrom aus dem Stromnetz versorgt werden soll.

    Gleichstrom

    Gleichstrom ist elektrischer Strom mit einer gleichbleibenden Fließrichtung (auch DC für „direct current“ genannt). Dabei wird zwischen konstantem Gleichstrom (Stromstärke gleichbleibend) und pulsierendem Gleichstrom (Stromstärke ändert sich periodisch) unterschieden.

    Gleichstrom wird z. B. von Batterien und Photovoltaik-Anlagen erzeugt. Im Stromnetz der Energieversorger, und damit in den Steckdosen, wird Wechselstrom bereitgestellt. Für die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom ist der Einsatz von Wechselrichtern erforderlich.

    Global Warming Potential

    Das „global warming potential“ (GWP) - deutsch: Treibhausgaspotenzial - ist die unterschiedlich stark ausgeprägte Eigenschaft von Treibhausgasen, von der Erdoberfläche reflektiertes Sonnenlicht zu absorbieren und damit die Atmosphäre zu erwärmen. Die verschiedenen Treibhausgase unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit. So verursachen beispielsweise Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) eine viel stärkere Erwärmung als die gleiche Menge Kohlenstoffdioxid.

    Das „global warming potential“ (GWP) gibt an, wie viel stärker die Treibhauswirkung eines bestimmten Treibhausgases im Vergleich zu Kohlendioxid ist. Beispielsweise besitzt Methan ein GWP von 21, Schwefelhexafluorid ein GWP von 23.900. Das GWP von Kohlendioxid beträgt per Definition 1.

    Grenzkosten

    Grenzkosten (oder Marginalkosten) sind die Kosten, die für Bereitstellung einer zusätzlichen Gütereinheit entstehen. Mit den Grenzkosten werden die variablen Betriebskosten gedeckt.

    Grenzkuppelstellen

    Netzverbindungsstellen zwischen zwei Ländern.

    Grund-, Mittel-, und Spitzenlast

    Die Nachfrage nach Elektrizität wird in drei Bereiche aufgeteilt.

    Den Grundbedarf an Strom nennt man Grundlast (im Unterschied zu Mittellast und Spitzenlast). Er besteht unabhängig von allen Lastschwankungen. Die Grundlast wird von Kraftwerken gedeckt, die nahezu rund um die Uhr arbeiten. Zu diesen so genannten Grundleistungskraftwerken gehören in Deutschland vor allem Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke.

    Die zweite Ebene des Strombedarfs ist die Mittellast. Dabei handelt es sich um die regelmäßige Ausbuchtung der Lastkurve oberhalb der Grundlast, etwa um den vermehrten Stromverbrauch mittags und abends. Diese stundenweise Belastung des Stromnetzes ist vorhersehbar und wird vor allem von Steinkohlekraftwerken abgedeckt.

    Spitzenlaststrom wird benötigt, wenn zu bestimmten Tages- und/oder Jahreszeiten ein besonders hoher Strombedarf entsteht, z. B. bei Großveranstaltungen. Spitzenlaststrom wird meist von schnell regelbaren Kraftwerken z. B. von Pumpspeicherwerken und Gasturbinenkraftwerken zur Verfügung gestellt und ist wesentlich teuerer als Grundlast- und Mittellaststrom

    Grundlast

    Der Strombedarf aller Verbraucher eines bestimmten Gebiets in einem Zeitraum kann in einem Diagramm als so genannte Lastkurve abgebildet werden. Der Grundbedarf an Strom im Tagesverlauf wird als Grundlast bezeichnet (im Unterschied zu Mittellast und Spitzenlast). Er besteht unabhängig von allen Lastschwankungen.

    Die Grundlast wird von Kraftwerken gedeckt, die nahezu rund um die Uhr arbeiten. Zu diesen so genannten Grundleistungskraftwerken gehören in Deutschland vor allem Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke.

    Heizkraftwerk

    Ein Heizkraftwerk ist ein Kraftwerk, das sowohl Strom als auch Wärme erzeugt. Die entstehende Abwärme bei der Stromerzeugung dient Heizzwecken und wird in ein Fernwärmenetz eingespeist.

    Kleine, kompakte Anlagen werden als Blockheizkraftwerke bezeichnet. Sie dienen der dezentralen Energieversorgung. Eine Kraft-Wärme-Kopplung mit Brennwertkesseln ist derzeit eine der effizientesten Energienutzungsarten bei der Verbrennung fossiler Energieträger.

    Heizwert

    Der Heizwert eines Brennstoffes ist der Brennwert abzüglich der Kondensationswärme des Wasserdampfes. Der Heizwert beschreibt die bei einem Verbrennungsprozess maximal nutzbare Wärmemenge.

    Maßeinheit: Kilojoule pro Kilogramm [KJ/kg]

    Hybridantrieb

    In einem Hybridantrieb werden mehrere Antriebstechnologien kombiniert. Beispielsweise kann in einem Hybridfahrzeug ein konventioneller Motor (Otto oder Diesel) mit einem Elektromotor und einer Batterie zur Stromspeicherung kombiniert werden.

    Hochspannungsnetz

    siehe Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz.

    Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetz

    Höchstspannungsnetze dienen dem Ferntransport, an ihnen liegt eine Spannung von 220-380 kV an.

    Hochspannungsnetze sind für den überregionalen Transport ausgelegt, an ihnen liegt eine Spannung von 35-110 kV an.

    Mittelspannungsnetzte sind für die regionale Verteilung zuständig, an Ihnen liegt eine Spannung von 1-30 kV an.

    Niederspannungsnetze mit angeschlossenen Spannungen von 220-380 V dienen der Feinverteilung an die Endverbraucher.

    Immission

    Als Immission wird die Einwirkung von festen, flüssigen oder gasförmigen Schadstoffen sowie von Lärm, Wärme oder Strahlen an einem Ort bezeichnet. Immissionen wirken auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Sachgüter sowie die Umweltmedien Boden und Wasser.

    Inselnetz

    Ein Inselnetz ist ein Stromnetz ohne Verbindung zum öffentlichen (oder anderen) Stromnetzen. Die Stromversorgung muss darin autark (ohne Stromim- oder Export) erfolgen.

    Jahresarbeitszahl

    Die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe bezeichnet das Verhältnis der abgegebenen Jahresnutzwärme zur gesamten von der Wärmepumpe aufgenommenen elektrischen Energie. Je höher die Jahresarbeitszahl, desto größer der Wirkungsgrad der Wärmepumpe.

    Joule

    Ein Joule entspricht einer Wattsekunde, d.h. der Energiemenge, die benötigt wird um eine Leistung von einem Watt eine Sekunde lang aufrechtzuerhalten. Benannt wird die Energieeinheit nach James Prescott Joule (1818-1889).

    Kapazität

    (Elektrische) Kapazität ist ein Maß für die Fähigkeit eines Systems oder Körpers (elektrische) Energie zu speichern.

    Kathode (Elektrochemie)

    In einer Batterie, einem Akkumulator oder einer Brennstoffzelle ist die Kathode die Elektrode, an der eine Reduktionsreaktion - also Elektronenaufnahme - stattfindet.

    Kilowatt peak

    "Kilowatt peak" (kWp) beschreibt die Leistung eines Photovoltaikmoduls bei standardisierten Testbedingungen:

    • Globalstrahlung 1.000 W/m²
    • Zelltemperatur 25 °C
    • Sonnenlicht-Spektrum für Mitteleuropa

    Dies entspricht in etwa der maximalen Leistung der Solarmodule an einem sehr sonnigen kalten Tag im Winter um die Mittagszeit. Im Sommer steigt die Zelltemperatur an, wodurch die Leistung der Zelle abfällt. Die hohe Leistung im Sommer wird durch die Anzahl der Sonnenstunden erreicht.

    Kilowattstunde

    Die Kilowattstunde (kWh) ist die gebräuchlichste Maßeinheit der elektrischen Arbeit: Arbeit ist gleich Leistung mal Zeit (1 kWh = 1 kW x 1h).

    Ein Kraftwerk mit der Leistung von 150 Megawatt erzeugt bei Vollbetrieb in 10 Stunden 1.500 MWh. Eine Glühlampe mit 60 Watt (0,06 kW) verbraucht in 10 Stunden 0,6 kWh.

    Klima

    Der Begriff Klima umfasst die Gesamtheit aller meteorologischen Erscheinungen, die den durchschnittlichen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort auf der Welt kennzeichnen.
    Zu den Klimaelementen gehören:

    • Strahlung
    • Temperatur
    • Luftdruck
    • Winde
    • Niederschläge

    Beeinflusst wird das Klima durch die jeweilige geographische Breite des Ortes, die Verteilung von Land und Wasser, Meeresströmungen sowie Wald und Wüste. Der Mensch hat besonders in den letzten Jahrzehnten zu Klimaveränderungen beigetragen.

    Fälschlicherweise wird das Klima häufig mit dem Wetter gleichgesetzt. Als Abgrenzung zum Wetter (Zeitrahmen: wenige Minuten bis wenige Tage) und zur Witterung (Zeitrahmen: einige Tage bis circa eine Woche, im Extremfall auch ein Monat oder eine Jahreszeit) versteht man Klima als einen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (meist 30 Jahre) statistisch bereinigten Zustand der Erdatmosphäre.

    Klimaerwärmung

    Die globale Erwärmung ist ein weltweites Klimaphänomen, das den Anstieg der längerfristig und global gemittelten bodennahen Lufttemperatur während der letzten etwa 150 Jahre bezeichnet.

    Die Erderwärmung des letzten Jahrhunderts wird von Klimaforschern direkt auf den Einfluss des Menschen zurückgeführt. Verantwortlich dafür sind die Verbrennung fossiler Energieträger, Emissionen durch die intensivierte Landwirtschaft und die Zerstörung der Regenwälder. Aber auch die Ozon zerstörenden Stoffe (wie FCKW) und deren Ersatzstoffe (wie FKW) tragen zur Kilmaerwärmung bei.

    Klimarahmenkonvention

    Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) wurde auf dem Umweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro beschlossen und bildet bis heute die völkerrechtliche Grundlage für die internationale Zusammenarbeit bei der kontinuierlichen wissenschaftlichen Erforschung der Erderwärmung und bei der Suche nach Maßnahmen, um den Klimawandel abzumildern bzw. seine Folgen zu bewältigen. Mit der Klimarahmenkonvention wurden die Atmosphäre und das Klimasystem erstmalig völkerrechtlich als gemeinsames "Erbe der Menschheit" anerkannt. Die anthropogenen (menschengemachten) Effekte durch Treibhausgasemissionen, Waldrodungen und Umweltzerstörungen sollten kontinuierlich erfasst, erforscht und mit wirksamen Strategien bekämpft werden. Die Konvention trat 1994 in Kraft und hat eine nahezu universelle Reichweite - 192 Staaten haben sie ratifiziert.

    Klimaschutz

    Klimaschutz ist der Sammelbegriff für die Bestrebungen, mit denen dem Klimawandel entgegengewirkt werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bemühungen, den von Menschen verursachten Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Der Klimaschutz ist von internationaler Bedeutung und wird mit der Klima-Rahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll für die Unterzeichner-Staaten verbindlich.

    Kohlekraftwerk

    Kohlekraftwerke tragen derzeit ungefähr zur Hälfte zur weltweiten Stromerzeugung bei und werden vor allem im Grundlastbereich als Großkraftwerke eingesetzt. Insgesamt sind in Deutschland derzeit etwa 50.000 Megawatt Leistung installiert.

    Der energetische Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken liegt zwischen 30 und 35 Prozent. Pro Tonne eingesetzter Kohle - in Abhängigkeit vom Kohlenstoffanteil der Kohle - entsteht eine bis zu dreifache Menge an CO2.

    Kohlendioxid

    Kohlendioxid (CO2) ist ein unsichtbares, geruchloses und in den üblichen Konzentrationen unschädliches Gas aus Kohlenstoff und Sauerstoff. In der Erdatmosphäre ist der Anteil des CO2 mit 0,036 Prozent im Verhältnis zu anderen Gasen eher gering.

    Kohlendioxid ist ein klimawirksames Treibhausgas: Die Erhöhung der CO2-Konzentration wird durch die Nutzung fossiler Energieträger hervorgerufen und trägt zu einem großen Anteil zur Klimaerwärmung bei.

    Kohlenmonoxid

    Kohlenmonoxid (CO) entsteht, wenn bei der Verbrennung eines kohlenstoffhaltigen Brennstoffs (z. B. Kohle) nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist (unvollständige Verbrennung). Kohlenmonoxid ist für den Menschen giftig.

    Kondensator

    Ein Kondensator kann Ladung aufnehmen und damit elektrische Energie speichern. Der Aufbau beinhaltet zwei elektrisch aufladbare Pole (sog. Elektroden), zwischen denen sich eine isolierende Schicht (Dielektrikum) befindet.

    konventionelle Kraftwerke

    Unter konventionellen Kraftwerken werden Kraftwerke verstanden, die zur Stromerzeugung auf fossile Brennstoffe (Braukohle, Steinkohle, Erdgas, Erdöl und Torf) zurückgreifen.

    Kraft-Wärme-Kopplung

    Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bedeutet die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom. Im Vergleich zur konventionellen, ungekoppelten Energieerzeugung zeichnet sich KWK durch höhere Gesamtnutzungsgrade aus und nutzt somit große Effizienzpotenziale aus. Die Kraft-Wärme-Kopplung mit energetischen Gesamtnutzungsgraden von bis zu 90 Prozent hat bislang einen Anteil von ca. 12 Prozent an der deutschen Stromerzeugung.

    Zur KWK stehen eine Reihe von mittlerweile ausgereiften Techniken zur Verfügung: Blockheizkraftwerk, Gasturbine mit Abhitze Kessel (GT), Gas- und Dampfturbine (GuV), Brennstoffzellen-Anlage. Verschiedene Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Deponiegas, Klaras, Biogas oder Flüssiggas können dem Verbrennungskreis zugeführt werden.

    Ladezyklen

    Ein Ladezyklus beschreibt eine BE- und Entladung eines Speichers. Die maximale Anzahl der Ladezyklen beschreibt damit, wie oft ein Speicher BE- und wieder entladen werden kann.

    Langzeitkonservierung

    Unter der Langzeitkonservierung eines Kraftwerks wird dessen Außerbetriebnahme bei Beibehaltung der Funktionsfähigkeit verstanden. Ein langzeitkonserviertes Kraftwerk steht zwar nicht jederzeit sofort zur Verfügung, kann aber grundsätzlich wieder in Betrieb genommen werden.

    Last

    Unter elektrischer Last wird der Abruf (Verbrauch) von elektrischer Leistung verstanden. Elektrische Last ist damit ein Verbraucher elektrischer Leistung, der sich über den Lastwiderstand definiert.

    Lastausgleich

    Ein Lastausgleich im elektrischen Sinne ist die Verschiebung einer elektrischen Last.

    siehe Last

    Lastfluss

    Stromfluss  in einem Elektrizitätsnetzwerk.

    Lastglättung

    Verminderung von Nachfragespitzen und -tälern durch Verlagerung von regelbaren Lasten oder Erzeugern.

    Lastmanagement (Demand Side Management)

    Strategie zur gezielten  Steuerung der Last in einem Energiesystem.

    Laufwasserkraftwerk

    Laufwasserkraftwerke (auch: Flusskraftwerke/Wasserkraftwerke) dienen zur Stromerzeugung. Sie werden durch den natürlichen Wasserzulauf eines Flusses betrieben. Ein Wehr oder eine Staumauer staut das Wasser auf, das dann an der Sperrmauer durch Turbinen geleitet wird und so über Generatoren Strom erzeugt.

    Die Wasserführung der meisten größeren Flüsse unterliegt wenig Schwankungen, so dass ein solches Kraftwerk zur Grundlast-Stromerzeugung (24 Stunden am Tag gleich bleibende Leistung) eingesetzt werden kann. Daher werden solche Kraftwerke manchmal auch als Grundleistungskraftwerke bezeichnet.

    Leistung

    (Elektrische) Leistung ist definiert als der Quotient aus gelieferter (oder bezogener) elektrischer Energie pro Zeiteinheit.

    Wirkleistung ist der Anteil elektrischer Leistung, der für die Umwandlung in andere Leistungsformen (z.B. mechanisch, thermisch oder chemisch) verfügbar ist.

    Blindleistung ist in mit Wechsel- bzw. Drehstrom betriebenen Elektrizitätsnetzen zusätzlich fließende Energie, die durch induktive oder kapazitive Widerstände für den Aufbau elektromagnetischer Felder benutzt wird. Sie pendelt zeitversetzt zwischen Erzeugern und bestimmten elektrischen Verbrauchern (Spulen, Kondensatoren) ungenutzt und erzeugt weder Arbeit noch Wärme.

    Scheinleistung ist die Summe aus Wirkleistung und Blindleistung.

    Leistungsfaktor

    Quotient aus Wirkleistung und Scheinleistung innerhalb eines Elektrizitätsnetzwerkes.

    siehe Leistung

    Leistungskredit

    Anteil der konventioneller Erzeugungsleistung der durch den Kapazitätsausbau von z.B. Windenergie ersetzt werden könnte, ohne dass die Versorgungssicherheit nachlässt.