Erneuerbare Gase im Mobilitätssektor

Es bestehen erhebliche Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende im Verkehrssektor in Deutschland. Die Einführung der Treibhausgasminderungsquote in Deutschland führt ab dem Jahr 2015 zu einer Neuordnung des Marktes für alternative Kraftstoffe. Kraftstoffe mit einem hohen Treibhausgasminderungspotenzial werden im Vorteil sein und Marktanteile gewinnen. Unbestritten ist, dass die Vielfalt an regenerativen Kraftstoffen in Deutschland erhöht werden muss, um eine Energiewende im Verkehrssektor zum Erfolg führen zu können. Nicht-biogene Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien, wie bspw. erneuerbarer Wasserstoff oder synthetisches Methan, können hierfür einen wesentlichen Beitrag ohne die bekannten Nachteile biogener Kraftstoffe leisten.

Der Einsatz von erneuerbarem Wasserstoff in Kraftstoffraffinerien eröffnet ein weiteres Anwendungsfeld, da dieser direkt die Treibhausgasemissionen des konventionellen Kraftstoffs senkt. Der Einsatz des Power to Gas-Konzepts trägt gleichzeitig zur Flexibilisierung der Stromversorgung und damit zur Integration der erneuerbaren Energien in das gesamte Energiesystem bei.

Vorteil von Wasserstoff und künstlichem Methan

Mit Power to Gas wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen in Wasserstoff (und ggf. in einem weiteren Schritt in synthetisches Methan) umgewandelt. Die erzeugten erneuerbaren Gase können direkt genutzt oder in die bestehende Erdgasinfrastruktur eingespeist werden und sind dort speicherbar. Eine Entnahme des erneuerbaren Gases ist anschließend geographisch und zeitlich unabhängig möglich. Beispielsweise sind bereits heute und mit steigender Tendenz rund 98.000 Erdgasfahrzeuge in Deutschland zugelassen, die ohne Umrüstung sofort mit synthetischem Methan betrieben werden können. Mehrere Fahrzeughersteller haben zudem die Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen auf Wasserstoffbasis für die nächsten Jahre angekündigt.

Neben dem direkten Einsatz als Kraftstoff kann erneuerbarer Wasserstoff bereits bei der Herstellung von Kraftstoff im Raffinerieprozess eingesetzt werden. Kraftstoffraffinerien sind aufgrund steigender Produktanforderungen bei Otto- und Dieselkraftstoffen zunehmend auf Wasserstoff angewiesen. Derzeit wird der zusätzliche Bedarf der Raffinerien an Wasserstoff überwiegend mit dem Verfahren der Schweröl- oder Erdgasdampfreformierung gedeckt, einem Verfahren auf Basis fossiler Energieträger und entsprechender Treibhausgasemissionen.