Windgas Haßfurt

Die Partner Greenpeace Energy eG und Städtische Betriebe Haßfurt betreiben über die gemeinsame Windgas Haßfurt GmbH & Co. KG einen PEM-Elektrolyseur des Typs Silyzer 200 mit 1,25 Megawatt elektrischer Nennleistung zur Stabilisierung des lokalen Stromnetzes Haßfurt. Hierzu wird einerseits nicht integrierbarer Strom aus Wind- und Solaranlagen aus dem Stromnetz entnommen sowie anderseits eine Frequenzstabilisierung durch das Angebot von Primärregelleistung bereitgestellt. Der produzierte Wasserstoff wird vor Ort in das lokale Gasnetz eingespeist und bilanziell dem Produkt proWindgas von Greenpeace Energy zugeordnet. Das Projekt wird ohne öffentliche finanzielle Förderung realisiert.

Im Verteilnetz Haßfurt sind ca. 50 Megawatt Erneuerbare-Energien-Anlagen eingebunden, deren Produktion fluktuierend ist. Hierbei kommt es häufig zu starken Lastschwankungen und Situationen, in denen der Strom nicht in das Netz integriert werden kann. Anhand von verbesserten Prognosen zu Energieproduktion und -verbrauch sowie zeitgenauer physikalischer Messungen soll die lokale Netzstabilität des Verteilnetzes mithilfe der Windgas-Anlage verbessert werden. Zugleich muss die Fahrweise der Anlage mit dem Gaslastgang abgeglichen werden.

Bei dem zur Wasserstofferzeugung eingesetzten Strom muss es sich um Strom aus Erneuerbaren Energien handeln. Dies ist Voraussetzung, damit der erzeugte Wasserstoff zum einen als Biogas im öffentlichen Netz bilanziert werden kann. Zum anderen ist dies eine eigene Bedingung der Betreibergesellschaft, weil die Versorgung des Elektrolyseurs gemäß den Kriterien für sauberen Strom von Greenpeace eV erfolgen soll. Der Nachweis über die Ökostromqualität wird dabei über entwertete Herkunftsnachweise im Herkunftsnachweisregister geführt.

Die Anlage soll in der Praxis zeigen, wie verschiedene Fahrweisen und damit Geschäftsmodelle gleichzeitig abgebildet werden können, um auch in dezentralen Netzen stabilisierende Maßnahmen implementieren zu können. Zugleich soll das Projekt zeigen, dass es für den produzierten Wasserstoff einen Absatzmarkt gibt.

 

Die Projektziele sind:

  • Dezentrale Stromnetzstabilisierung durch Last- und Verbrauchsmanagement
    (Nicht integrierbarer Strom)
  • Frequenzstabilisierung im Stromnetz (Primärregelenergie)
  • Lokale Gasnetzeinspeisung
  •  Aufzeigen von Absatzmärkten für Wasserstoff im Wärmebereich

 

In der folgenden Tabelle sind die wesentlichen Daten zum Projekt zusammengestellt. 

ProjektnameWindgas Haßfurt
StandortHaßfurt, Bayern
VerantwortlicherGreenpeace Energy eG, Städtische Betriebe Haßfurt
KategoriePraxis
NutzungspfadEinspeisung ins Gasnetz
Eingangsleistung Strom1250 kW
Betriebszustandin Betrieb seit 20.10.2016
Kooperationspartnerkeine
H2-Produktion225 Nm3 / h
CH4-Produktion0

CO2-Quelle für Methanisierung

keine

Abwärmenutzungkeine
Anlagenkomponenten

PEM-Elektrolyseur

Zielstellung des Projekts  • Dezentrale Stromnetzstabilisierung durch Last-     und Verbrauchsmanagement (Überschussstrom)
• Frequenzstabilisierung im Stromnetz  
  (Primärregelenergie)
• Lokale Gasnetzeinspeisung
• Absatzmarkt für Wasserstoff im Wärmebereich
Besonderheiten des Projekts• Dezentralität: lokales Stromverteilnetz, lokales 
  Gasverteilnetz.
• Strom-Versorgung nach Greenpeace Kriterien