Treibstoff für den emissionsfreien Schwerlastverkehr

Der „grüne“ Wasserstoff bietet nachhaltige Möglichkeiten, die Fuhrparkflotte für den Lieferverkehr emissionsfrei zu machen. Ein Forschungsprojekt bei einer heimischen Supermarktkette lotet jetzt die Möglichkeiten aus.

Wasserstoff (H2) ist ein vielversprechender Energieträger, der sinnvoll in der Industrie als auch im Bereich der Mobilität eingesetzt werden kann. Gerade jetzt, angeregt durch die laufende Diskussion nach alternativen, nachhaltigeren Lösungen, gewinnt er an zunehmendem Interesse - auch für das Fuhrparkwesen.

Bei der Fahrzeugentwicklung sind die Asiaten und Amerikaner vorne dabei. Als Vorreiter gilt sicherlich Toyota, die Vortrieb mittels Brennstoffzelle und Wasserstoff gewinnen und dadurch zugleich auch die Fahrzeugemissionen senken. Als einzige nennenswerte Emission entsteht nur Wasserdampf. 

Lkw mit Brennstoffzellen im Kommen

Während schon einige leichtere Prototypen auf die Straßen geschickt wurden, gab der Fahrzeughersteller vor Kurzem bekannt, an einem schweren Brennstoffzellen-Lkw zu tüfteln. Seine Eigenschaften klingen in Zeiten der Klima-Krise mehr als vielversprechend:

Beachtliche 600 Kilometer soll der Lkw emissionsfrei zurücklegen können, das Antriebsystem aus der Toyota-Limousine Mirai. Ein klarer Vorteil gegenüber einem Elektroantrieb, der mittels Stroms aus der Dose geladen werden muss, ist, dass sich die Wasserstoffbehälter eines H2-Fahrzeugs binnen weniger Minuten wieder befüllen lassen. Lange Wartezeiten werden so vermieden.

Auf den Markt will sich auch das junge US-Unternehmen Nikola drängen. Für die Fertigung eines Brennstoffzellen-Trucks für Europa wird mit Iveco kooperiert. Das Modell „Nikola Tre“ wird auf der neuen Iveco S-Way-Plattform basieren. Seine Markteinführung ist für 2023 geplant.

Ein Fahrplan für Wasserstoff

Anfang vergangenen Jahres hat auch Hyundai einen Fahrplan präsentiert, mit dem das Unternehmen bis zum 2030 verstärkt mit Wasserstoff unterwegs sein will. Genannt wird dieser Plan „FCEV Vision 2030“, wobei FCEV für „Fuel Cell Electric Vehicle“ steht. Im Zuge dessen will Hyundai die Produktionskapazität für Brennstoffzellensysteme um 700.000 Einheiten pro Jahr aufstocken. Kia ist auch in das Vorhaben involviert.

Der Transportsektor soll sich jedenfalls durch den Wasserstoff verändern. Den Start will das südkoreanische Unternehmen natürlich in Südkorea machen. Bis 2030 will die Gruppe eine Fertigungskapazität von 500.000 Brennstoffzellenfahrzeugen - Pkw und Nutzfahrzeuge - pro Jahr in Korea sicherstellen. Mit einem Anstieg der weltweiten Nachfrage nach Fahrzeugen mit Brennstoffzelle rechnet Hyundai, rund zwei Millionen Einheiten pro Jahr sollen es sein.

Gerade die Schweizer scheinen auf die Wasserstoff-Technologie abzufahren. Hyundai plant in der Schweiz 1.600 Stück eines Brennstoffzellen-Lkws auf den Markt zu bringen. Damit einhergehen muss auch der schrittweise der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur, der in der Schweiz auf offene Ohren stößt. Nicht zuletzt wird darin auch ein Wirtschaftsmotor gesehen.

Mehr Informationen zum Einsatz von Powerfuels im Flottenverkehr: dena Factsheet Schwerlaststraßenverkehr

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