Dänemark plant künstliche Energieinsel zur Herstellung von Wasserstoff

Dänemarks Regierung treibt mit einem großen Energieprojekt die Umsetzung der Klimaneutralität voran.

Wie das Magazin "der Spiegel" berichtet, will Dänemarks Regierung eine künstliche Insel mit riesigen Hochsee-Windparks bauen. "Diese Insel wird es möglich machen, erneuerbaren Strom im großen Stil umzuwandeln und die Energie zu speichern", sagte Dänemarks Klima- und Energieminister Dan Jørgensen dem SPIEGEL am Rande der Weltklimakonferenz in Madrid. Er erwartet, dass das Megaprojekt zwischen 200 und 300 Milliarden dänische Kronen (rund 27 bis 40 Milliarden Euro) kosten wird. Noch vor 2030 soll es in Betrieb gehen.

Jørgensen zufolge sollen im Meer rund um die künstlich aufgeschüttete Insel Windfarmen mit einer Spitzenleistung von 10 Gigawatt hochgezogen werden. Das entspräche rund 1000 der heute leistungsfähigsten Hochseewindräder. Zum Vergleich: die bislang weltgrößte Offshore-Anlage hat 1,2 Gigawatt. Der so erzeugte Strom würde laut Regierung ausreichen, um zehn Millionen Haushalte zu versorgen - mehr als Dänemark Einwohner hat. Per Unterseekabel soll die Elektrizität zur Insel geleitet - und dort mit sogenannten "Power-to-X"-Technologien in speicherbare Energieträger wie Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe oder Gas umgewandelt werden.

Wie es heißt, sollen die Standortsuche und das Genehmigungsverfahren bis 2021 abgeschlossen sein und danach die Bauarbeiten beginnen. Ob alles so gelingt wie geplant, ist noch unklar. Schließlich sind die technischen Herausforderungen bei einem so großen Projekt auf offener See enorm. Und "Power-to-X" ist noch sehr teuer. Jørgensen erwartet wegen der Größe der geplanten Anlagen jedoch eine dramatische Kostenersparnis.

Zur Originalmeldung des Spielgels: hier