Förderung und Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen

Haushaltsauschuss beschließt 100-Millionen-Förderung für PTL-Kerosin

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat erstmals Mittel für die Förderung und Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen im PTL-Verfahren (Power to Liquid) im Bundeshaushalt eingeplant, berichtet der Branchendienstleister Airliners.de. Die Förderung sieht zunächst jeweils 100 Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 vor.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat erstmals Mittel für die Förderung und Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen im PTL-Verfahren (Power to Liquid) im Bundeshaushalt eingeplant. In der sogenannten Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2020. Die Förderung sieht zunächst jeweils 100 Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021 vor.

Im Power-to-Liquids-Verfahren (PtL) kommt zunächst Strom zum Einsatz, um in einer Elektrolyse Wasser zu spalten. Der dadurch gewonnene Wasserstoff wird dann mit CO2 zu flüssigen Kohlenwasserstoffen synthetisiert. Die anfallenden CO2Emissionen werden also zuvor der Umwelt entnommen, der Verbrennungsvorgang im Flugzeugtriebwerk also CO2-neutral.

Ziel der Förderung sei es, wichtige Anschubfinanzierungen für alternative und klimafreundliche Kraftstoffe anzustoßen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Vertretern von SPD, Union und Bundesregierung. Dafür habe es vor der Bereinigungssitzung viel Rückhalt in den Fraktionen, aber auch noch Skepsis bei einigen Haushaltspolitikern gegeben.

Die Förderung macht ein Siebtel der Mehreinnahmen aus der Luftverkehrsteuer aus. Die Erhöhung der Luftverkehrsteuer dürfte nach derzeitiger Planung rund 750 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr beim Bund sorgen. Davon sollen etwa 500 Millionen Euro helfen, die geplante Mehrwertsteuerreduzierung bei der Bahn auszugleichen. Mit den übrigen 250 Millionen Euro wollen Verkehrspolitiker nicht nur die Luftfahrt stärken, sondern auch Industriepolitik machen, um Investitionen zu fördern. Darauf dringen auch Vertreter von Fluggesellschaften und Industrie und weisen daraufhin, dass sich Bund, Länder, Gewerkschaften und Luftfahrt im Sommer auf der 1. Nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig darauf verständigt haben, dass es eine Roadmap mit einem klar skizzierten Pfad für die Markteinführung strombasierter Kraftstoffe brauche. Die Branche scheut sich derzeit noch, die Ausgaben für den Bau von Produktionsanlagen klimafreundlicherer Brennstoffe wie das sogenannte Power-to-Liquid alleine zu stemmen, da diese deutlich teurer sind als das traditionelle Kerosin.

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