"Norddeutsche Wasserstoffstrategie" verabschiedet

Deutsche Nordländer einigen sich auf gemeinsame Wasserstoffstrategie. Wie Branchendienstleister Energate berichtet, haben die deutschen Küstenländer bei ihrem Herbsttreffen in Lübeck eine gemeinsame "Norddeutsche Wasserstoffstrategie" verabschiedet. Diese sehe vor, bis zum Jahr 2025 eine Elektrolyse-Leistung von mindestens 500 MW aufzubauen, teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium mit.

Bis zum Jahr 2030 soll die Kapazität zur Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom auf mindestens 5.000 MW anwachsen. Parallel möchten die Landesregierungen von Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein den Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes vorantreiben. Hier erachten die zuständigen Ressortchefs eine Größenordnung von 250 Tankstellen für nötig.

Die Nordländer hatten sich im Mai über Eckpunkte einer gemeinsamen Wasserstoffstrategie verständigt. "Mit unserer Strategie zeigen wir einen Weg auf, wie die Wasserstoffpotenziale insbesondere im Bereich der Industrie und der Mobilität gehoben werden können", sagte nun Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), Gastgeber des Herbsttreffens. Die windreichen Küstenländer seien hervorragend für dieses industriepolitische Projekt geeignet. Neben der hohen Erzeugungskapazitäten für Windstrom seien etwa die unterirdischen Formationen zur Speicherung von Wasserstoff und die Seehäfen für den Import und die Verteilung von grünem Wasserstoff Standortvorteile des Nordens. Aus Sicht von Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) ist es an der Zeit, endlich praktisch den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft zu starten. Die Akteure aus der Wirtschaft stünden bereit, um ihren Beitrag zu leisten, so Westhagemann. Sie bräuchten aber auch den Rückenwind des Bundes. Die Landesregierungen fordern die Bundesregierung auf, den norddeutschen Vorstoß zu unterstützen und in die für Ende des Jahres angekündigte nationale Wasserstoffstrategie einfließen zu lassen.
 

IHK Nord: EEG-Umlage auf Power-to-Gas abschaffen


"Unser Ziel, der vollständigen Versorgung aller interessierten Abnehmer mit ausreichend grünem Wasserstoff bis 2035, ist anspruchsvoll", betonte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Deshalb sei es wichtig, dass der Bund die richtigen Rahmenbedingungen schaffe. Aus Sicht der Wirtschaft geht es dabei vor allem um die Abschaffung der EEG-Umlage für Power-to-Gas-Anlagen. Das hebt die IHK Nord in einer Stellungnahme hervor. Das Bündnis aus 12 Industrie- und Handelskammern hatte sich früh zur Norddeutschen Wasserstoffstrategie positioniert (energate berichtete). "Wir freuen uns, dass die Interessen der norddeutschen Wirtschaft, die im Positionspapier der IHK Nord zu diesem Thema formuliert wurden, berücksichtigt wurden", sagte die IHK-Vorsitzende Friederike Kühn. "Wir setzen darauf, dass diese norddeutsche Strategie nun auch ihren Widerhall in der nationalen Strategie findet."

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