Power-to-Gas-Forschungsanlage geht an der OTH Regensburg in Betrieb

Der offizielle Startschuss für den Probebetrieb des neuartigen ORBIT-Bioreaktors ist erfolgt: Am 15. Mai 2019 ist die Power-to-Gas-Forschungsanlage an der OTH Regensburg im Zuge einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

„ORBIT“ steht für „Optimierung eines Rieselbett-Bioreaktors für die dynamische mikrobielle Biosynthese von Methan mit Archaeen in Power-to-Gas-Anlagen“. Das Forschungsprojekt läuft seit Juli 2017 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit einer Million Euro gefördert. Es hat zum Ziel, die biologische Methanisierung und damit Power-to-Gas als effiziente Energiespeicher- und Sektorenkopplungstechnologie für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Bei diesem Prozess wandeln Mikroorganismen (Archaeen) den regenrative erzeugten Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid zu Methan um. Archaeen gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Sie kommen u.a. in sauerstofffreien Lebensräumen wie Mooren und Sümpfen, geothermalen Quellen oder der Tiefsee, aber etwa auch im Verdauungstrakt des Menschen und anderen Säugetieren vor. Das produzierte Methan kann als Ersatz für fossiles Erdgas dazu beitragen, eine erneuerbare Energieversorgung der Zukunft mitzugestalten.

Das Projekt ist ein Verbundvorhaben, das koordiniert wird von der an der OTH Regensburg ansässigen Forschungsstelle Energienetze und Energiespeicher (FENES) unter der Leitung von Prof.  Dr. Michael Sterner. Projektpartner sind neben der Universität Regensburg mit dem Lehrstuhl für Mikrobiologie (Deutsches Archaeenzentrum), die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik sowie aus der Industrie die Firmen Electrochaea GmbH, microbEnergy GmbH (Viessmann Group) und MicroPyros GmbH.

Als assoziierte Partner stellen die innogy SE und ihr Verteilnetzbetreiber Westnetz GmbH ihre Infrastruktur für die Erprobung im realen Umfeld zur Verfügung. Der DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs) ist mit seiner Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie als Projektbeirat beteiligt.

„Wir freuen uns sehr, dass die OTH Regensburg die Federführung des Forschungsprojekts innehat“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg.

„Power-to-Gas ist ein ganz entscheidendes Thema für die Energiewende, in Anbetracht der Abschaltung veralteter Kohlekraftwerke und der Stilllegung der letzten sechs Kernkraftwerken bis zum Jahr 2022“. so Prof. Dr. Jürgen Karl von der FAU Erlangen-Nürnberg.

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