PtX Technologie: Potential für Klimaschutz und Wirtschaftsstandort Deutschland

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hebt das Potential von der PtX Technologie hervor. Sie helfen nicht nur beim Erreichen der Klimaziele, sondern bieten auch große Exportchancen für die deutsche Wirtschaft.

Das Bundesumweltministerium startet einen umfassenden Dialogprozess, um die Entwicklung von Brenn- und Treibstoffen aus erneuerbaren Energien voranzutreiben und zugleich in ökologische Bahnen zu lenken, wie das PV Magazin berichtet. Den Auftakt bildet eine Konferenz heute im Bundesumweltministerium in Berlin, an der rund zweihundertfünfzig Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaften über den zukünftigen Einsatz von „Power-to-X“, kurz PtX, diskutieren. Im Mittelpunkt der Konferenz, die das BMU erstmalig ausrichtet, stehen ökologische Aspekte, die globale Dimension von PtX und die Perspektiven, die die neue Technologie für deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt bietet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Deutschland hat sich dazu bekannt, bis 2050 auf den Einsatz von fossilen Energien zu verzichten. Wir dürfen aber nicht nur ehrgeizige Ziele setzen, sondern müssen auch konkrete technologische Antworten geben, wie das gelingen kann. Der Einsatz von erneuerbarem Strom wird nicht nur bei der Stromversorgung, sondern in allen Sektoren enorm an Bedeutung gewinnen. Es wird dabei aller Voraussicht nach Bereiche geben, in denen Strom auch in 20 der 30 Jahren nicht direkt eingesetzt werden kann: zum Beispiel im Flugverkehr, bei Schiffen, die lange Wege zurücklegen müssen, oder auch in der chemischen Industrie und in der Stahlproduktion. In genau diesen Bereichen benötigen wir klimaneutrale synthetische strombasierte Brenn-, Kraft- und Grundstoffe – kurz PtX. Die Erkenntnis, dass wir diese Technologie brauchen, verbreitet sich zunehmend. Aber wer Ja sagt zu Wasserstoff und PtX, muss auch Ja sagen zu zusätzlichem Strom aus Wind und Sonne.“

Schulze: „Für deutsche Unternehmen, beispielsweise im Anlagenbau, bieten sich hier gute Exportchancen. Seit Jahren sind sie bei der Entwicklung und Anwendung der verschiedenen technologischen Optionen für PtX führend. Diesen Vorsprung gilt es zu halten.“ Nötig seien ein schneller Markteintritt und Hochlauf dieser Technologien, sowohl national wie auch international. „Ich möchte mit den Beteiligten darüber diskutieren, wie wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen können. Ich lasse unsere Experten derzeit prüfen, mit welchen konkreten Instrumenten wir den Markthochlauf im Bereich Luftverkehr forcieren können. Im Klimaschutzprogramm 2030 haben wir einen entsprechenden Prüfauftrag für eine Quote verankert. Diesen setzen wir nun um.“

Der Branchendienstleister finanzen.net berichtet: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die Technologie zwar auch als ein Mittel zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, knüpft diese aber an hohe Voraussetzungen. Die Energieversorgung müsse "zu 100 Prozent erneuerbar sein", sagte die stellvertretende Bundesgeschäftsführerin Politik und Kommunikation, Antje von Broock, gegenüber Dow Jones Newswires. Auch forderte sie, die Nachhaltigkeit der benötigten Ressourcen in den Blick zu nehmen. "Für PtX-Prozesse ist sehr viel Wasser nötig, auch Land zum Bau der Anlagen. Das CO2 darf nicht aus fossilen Energieträgern kommen, sondern sollte entweder über Direct Air Capture oder nachhaltige Bioenergie gewonnen werden." Von Broock zufolge müsse in der Chemie, Industrie oder Luftfahrt auch erst über alternative Stoffe nachgedacht werden, so die BUND-Geschäftsführerin. Nur dort, wo CO2 gar nicht vermindert werden könne, sollte PtX dann eingesetzt werden. "Weil die Technologie so energieintensiv ist, müssen wir zugleich unseren Verbrauch massiv senken und die Effizienz massiv steigern".

Mehr Informationen im: BMU-Aktionsprogramm PtX „Power-to-X“ vom 10. Juli 2019

Zu den Originalmeldungen: PV Magazin , finanzen.net